Erfahrungsbericht - Provider Kabel Deutschland

Superschnell surfen und günstiger telefonieren

Von 1und1 geschädigt entschließe ich mich in der zweiten Maiwoche (2009), bei Kabel Deutschland einen Vertrag abzuschließen. Geworben wird mit 32 Mbit Download und 2 Mbit Upload und diversen Telefonnummern. Alles Flatrate für knappe € 23,-, klingt gut, in jedem Fall billiger als 1und1. Auftragsbestätigung erfolgt mit Schreiben vom 13. Mai 2009, gefolgt von einem Anruf der lokalen Kabel-Verkabeler, die die Installation schon für den 18. Mai avisieren. Da denke ich: „Is ja schnell.“ Und bin auch gar nicht wenig erfreut.

Später wird mir dann allerdings die Systematik klar, denn das ganze ist ja „ausschließlich unter Verwendung von Fernkommunikationsmitteln zustande gekommen“, und so erlischt meine grundsätzlich zwei-wöchige Widerrufsfrist vorzeitig, da „Kabel Deutschland mit der Ausführung der Dienstleistung mit [meiner] ausdrücklichen Zustimmung vor Ende der Widerrufsfrist begonnen hat“

Nota bene heißt „Merke wohl“: 
Ist die Schrift auch noch so klein, alles muss gelesen sein!

Installation

Am 18. erscheinen dann die beiden jungen Herren der lokalen Subunternehmer zur Installation und Verkabelung. Läuft einwandfrei, der Router –eine AVM Fritz Box 7270 (einmalig knappe € 80) - ist schon vollständig eingerichtet und läuft zu meinem hohen Erstaunen sofort nebst Telefon. Eine erste Überprüfung der Geschwindigkeit ergibt unter Windows XP Pro lahme 5000 Kilobit/s downstream und akzeptable 1500 Kilobit upstream; liegt wahrscheinlich an meiner Sicherheitssoftware, denn die Werte unter Ubuntu liegen im avisierten Nennbereich von 32 Mbit Down- und 2 Mbit Upstream.

Dienste und Zubehör

Nun mach ich mich auf zum Kundenportal, registriere mich als Nutzer. Das Media Center benötige ich nicht, zumal unklar ist, ob ich das per FTP nutzen kann oder nur über Kabel Deutschland Software. Auch ist der Plattenplatz von 500 Megabyte ja niedlich, aber da gibt’s ja schon ganz andere Mengen bei freien Online-Diensten. Muss ich nicht haben.

eMail

eMails-Adressen habe ich schon genug, doch da fällt mein Blick auf „Faxe verschicken“. Das ist gut, scheint mir. Meines Wissens ist das Verschicken eines Faxes an einen ‚Vollkaufmann‘ so gut wie die Kommunikation per Einschreiben mit Rückschein. Das kann man ja vielleicht noch brauchen. Also teste ich mal eben das Faxen, kein Problem, kostet mich jetzt gerade mal 2 meiner 100 Gratis-SMS, aber ein Versenden an die für mich, den Kunden, so wichtige ‚offizielle‘ Faxnummer, klappt nicht – das wäre ja doch zu schön, wenn der König Kunde hier so ganz einfach und schlicht eine rechtswirksame Willensbekundung nur per Tastendruck auslösen könnte.

Homepage und Kabel Deutschland Sicherheitspaket

Die Homepage und das Kabel Deutschland Sicherheitspaket möchte ich auf gar keinen Fall. Ich habe schon einen eigenen Webspace, mehr Domains als ich auswendig behalten kann und Platz ohne Ende. Die Sicherheitssoftware ist zwar für die ersten drei Monate kostenlos, schlägt dann aber mit knappen 4,00 €uro monatlich zu Buche, das macht im Jahr 48,00 €uro – dafür kriege ich schon ein ordentliches Programm. Was für `ne Sicherheitssoftware hier angeboten wird, kann ich auch nicht wirklich herausfinden; da ist zwar mal von den „F-Secure-Teams“ die Rede, aber genauer wird’s nicht.

Als ich das Paket abbestellen will, erfahre ich, dass mein „Produktstatus [aktiv] ist“, meine Anmeldenummer erscheint nicht, so wie mein „Lizenzschlüssel für High Secure Professional […] zur Zeit aus technischen Gründen nicht angezeigt werden [kann].“ Ich möge das doch später noch einmal versuchen. Nun, das tue ich jetzt seit drei Tagen, aber da verändert sich einfach nichts.

Eine Möglichkeit zum Abbestellen dieser Option kann ich nicht finden, auf meine eMails, Eingaben per Kunden(„abwehr“)formular sowie Faxe bringen rein gar nichts, na ja – Empfangsbestätigungen.

Support und Service – Wie vermeidet man den Kontakt zum Kunden

Kunden sind anscheinend im täglichen Geschäftsablauf auch bei Kabel Deutschland ein unwillkommener Störfaktor. Jedenfalls entsteht dieser Eindruck, wenn ich mich mit dem Provider in Verbindung setzen will. Die eMail-Adresse kundenservice [at]~ ist erfreulich leicht zu finden, allerdings erfolgt auf meine Anfragen und Bitten nicht die geringste Reaktion. Dieselben über das Formular eingereicht, bei dem ich interessanterweise bekannte Stammdaten selbst noch einmal ausfüllen muss, erwirken zwar das Zusenden der gewünschten Kopie, doch dabei bleibt es. Eine Antwort wird vorsichtshalber auch nur „gegebenenfalls“ versprochen.

Ansonsten stehen wohl für den normalen Geschäftsablauf eine kostenpflichtige Hotline, eine kostenpflichtige (!) Faxnummer (für jeweils 14 €-Cent pro Minute), und für das Klären von eMail-Belangen eine Hotline für sage und schreibe 1,99 €uro pro Minute zur Verfügung. Da kann einem das Vergnügen mit Kabel-Mail denn doch eher schnell vergehen.

Um das mal klar und deutlich auszusprechen: selbst wenn ich bei Kabel-Deutschland eine berechtigte Reklamation oder Rüge vorzubringen habe, muss ich zunächst die Kosten tragen und mich dann womöglich anschließend um die Erstattung dieser Kosten streiten.
Das Argument, bei diesen Preisen müsse ja schließlich irgendwo gespart werden, lasse ich nicht gelten. Gerade der unerfahrene Kunde ist auf Hilfe angewiesen, und wenn schon für die Telefonhotline Gebühren genommen werden müssen, dann ist das bezüglich der Faxnummer schlichtweg ärgerlich. Das Kommunikationsgrab kundenservice [at]~ zwingt den Kunden kostenpflichtigen Nummern auf.
Da kenne ich anderes. Email-Support mit einer Reaktionszeit in Minuten, und das an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr, nebst kostenloser Telefonhotline von morgens um 7:00 bis abends um 10:00 – das geht, das ist machbar.

Erstes Fazit

Es ist wirklich noch zu früh, endgültige Schlüsse zu ziehen. Als ehemaliger 1und1-Kunde – ein zutiefst unzufriedener – bin ich vielleicht hellhörig, aber mir scheint, ich bin hier zwar nicht vom Regen in die Traufe gekommen, aber trockener wurde es auch nicht.

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Letzte Aktualisierung ( Freitag, 26. Juni 2009 )
 
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