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Freeware

Auf beste-freeware.de benutzen wir diesen Begriff in seiner weitest möglichen Bedeutung, der Bedeutung die ihm die meisten Menschen zukommen lassen: es ist Software, die Sie ohne zu bezahlen beziehen können. Wenn der Durchschnittsbürger ‚Freeware‘ sagt, dann erwartet er ein Stück Software, dass...

  • voll funktionsfähig ist
  • und zwar auf unbegrenzte Zeit
  • nichts kostet
  • den höchsten Qualitätsansprüchen genügt
  • er an seine Freunde weiterreichen kann

Der durchschnittliche Benutzer kümmert sich sicherlich nicht um das Lesen von Lizenzvereinbarungen, die in vielen Fällen doch sehr überraschende Information enthalten können – sogar wenn sie unter einer Freewarefahne segeln.

So wissen viele Anwender durchaus, dass die Nutzung von Freeware beschränkt sein kann auf

  • persönliche
  • sogar individuelle
  • ‚non-Profit‘
  • nicht gewerbliche
  • akademische
  • aber auch kommerzielle

Nutzung und natürlich jede denkbare Kombination aller. Allerdings werden sie mit Erstaunen erfahren, dass sie in den meisten Fällen diese Freeware gar nicht ohne weiteres an ihre Freunde weiterreichen dürfen, ohne die Einwilligung und Erlaubnis des Softwareautors einzuholen.

Freeware darf auch nicht mit ‚Freier Software‘ verwechselt werden. Die meiste ‚Freie Software‘ darf auch als Freeware gelten, aber nur die wenigste Freeware geht als ‚Freie Software‘ durch. Die moderne Definition von ‚Freier Software‘ sagt:

Sie dürfen...

  • das Programm zu jedem Zweck nutzen
  • die Arbeitsweise des Programmes untersuchen und es Ihren Bedürfnissen anpassen
  • Kopien verteilen und so Ihren Mitmenschen helfen
  • das Programm verbessern, diese Verbesserungen veröffentlichen, und so die ‚Community‘, die Gemeinschaft daran teilhaben lassen

Es ist wichtig festzustellen, dass ‚Freie Software‘ im Gegensatz zu Freeware tatsächlich verkauft werden darf bzw. kann. Sie ist nicht notwendigerweise kostenlos, aber in jedem Fall frei von weiteren Beschränkungen.

Oft wird folgender Vergleich gemacht, um die Unterscheidung von ‚Frei‘ (Free) zu verdeutlichen: ‚Frei‘ wie in ‚Freibier‘ bzw. wie in ‚Freie Rede‘. Das erste bezieht sich auf Freeware, das letztere auf ‚Freie Software‘.

Varianten von Freeware

Es gibt einige kreative Varianten von Freeware. Sie waren in der Vergangenheit verbreitet und es gibt sie auch heute noch in bestimmten Gebieten; sie verlangen vom Anwender eine Anerkennung aktiver Art für die Software.

Otherware
Im Englischen auch als ‚Requestware‘, etwa ‚Aufforderungssoftware‘, bekannt, ist eine Art Programm, das fast Freeware ist, mit dem kleinen Unterschied, dass es den Nutzer auffordert, etwas zu tun. Gewöhnlicherweise werden diese Aufforderungen nicht streng überwacht, manche sind reine Scherze, und es liegt an Ihrer eigenen Integrität, ob Sie diese befolgen wollen. Hier nun in alphabetischer Ordnung:
Abandonware (‚Aufgegebene‘-Software)
Eigentümer, Autor und Copyright sind unklar, Sie können die Software nicht mehr kaufen, und es wird auch kein Support geleistet.
Bierware
Sie sind verpflichtet, dem Autor ein Bier zu spendieren.
Cardware
auch als ‚Postcardware‘ bekannt, kommt nicht ganz ohne Kosten und einige Puristen zählen sie deswegen nicht zur Kategorie Freeware. Die Bedingung zur Nutzung dieser Software besteht darin, dass der Autor um die Zusendung einer Postkarte bittet. Eine spätere Variante tut’s auch mit einer eMail.
Careware (‚Sich-um-etwas-kümmern‘-Software)
verlangt von Ihnen, dass Sie sich gemeinnützig engagieren
Catware (Katzenware)
sind Sie Halter einer oder mehrerer Katzen? Dann dürfen Sie die Software benutzen...
Greenware (Grüneware)
Einsatz für die Umwelt wird verlangt
Donationware (Spendenware)
klare Sache das – Sie müssen einer gemeinnützigen Sache eine Spende zukommen lassen.
Sisterware (Schwesternware)
Sie müssen dem Autor Ihre Schwester vorstellen...

Manche dieser Anforderungen dürften allerdings auf erhebliche praktische Schwierigkeiten stoßen

Zwei Arten von ‚Freeware‘ seien hier noch erwähnt, allerdings raten wir von ihrer Nutzung ab:

Nagware (Nervware)
Sie werden immer wieder per Popup aufgefordert, das Programm zu kaufen. Wenn Sie diese Popups loswerden wollen, müssen Sie zahlen.
Crippleware (Krüppelware)
ist eigentlich nicht viel mehr als eine Demoversion. Die Funktionen sind schwer eingeschränkt, zeigen eigentlich nur, was Sie tun könnten. Nichts als ein fortlaufendes Ärgernis.

Geschichte der Freeware

Ursprünglich wurde der Begriff Freeware von Andrew Fluegelman geprägt, der eigentlich verantwortlich war für ein ganz anderes Marketingmodell für Software: Shareware. Als der IBM PC, der erste ‚wirkliche‘ PC auf unseren Schreibtischen und zu Hause landete, entwickelte er ein Programm namens PC-Talk, eine Kommunikationssoftware. Er vermarktete diese erfolgreich mit einem neuen System, dem er den Namen ‚Freeware‘ gab – aus seiner Sicht „ein eher ökonomisches als altruistisches Experiment.“ Damals verlangte Freeware lediglich Bezahlung auf freiwilliger Basis, und außerdem durfte der Nutzer das Programm weiterreichen, unter der Bedingung, dass die Lizenz ebenso und unverändert beigelegt wurde.

Qualität von Freeware

Seit ihrer Einführung in den 80er Jahren hat sich die Qualität von Freeware erheblich verbessert. Freeware hatte lange den Ruch experimenteller, zweitklassiger Software. Aber eine sich immer weiter wachsende globale Entwicklergemeinschaft und kreative neue Geschäftsmodelle tragen zu höchsten Qualitätstandards bei. Viele professionelle Entwickler und Softwareschmieden veröffentlichen ihre Programme auf kostenloser Basis, als Freeware, Freie Software oder Open Source, und erzielen ihre Einnahmen, indem sie die Software aufspielen, anpassen und den Support dafür leisten. Diese Sache ist wirklich entschieden: Freeware ist Software höchster Kunst.

Anwender von Freeware

Sicherlich ist es keine Überraschung, dass viele Anwender von Freeware Privatleute sind. Oft genug ist ja die Verwendung nur für private Zwecke erlaubt, und dort finden wir sie in jedem Gebiet. Tatsächlich stellt es keinerlei Problem dar, einen Heim-PC (oder auch den im Büro) ausschließlich mit Freeware zu betreiben. Da das Betriebssystem üblicherweise schon beim Kauf eines PCs installiert ist, so können Sie Freeware nutzen, um im Internet zu surfen – etwa mit Browsern wie Firefox und Opera. Ihre eMail erledigen Sie mit Thunderbird, m2 oder Evolution, die Textverarbeitung mit JARTE oder AbiWord, die Tabellenkalkulation der Wahl ist Gnumeric. Oder vielleicht nehmen Sie gleich ein komplettes Officepaket wie OpenOfficeOrg 3, das ebenso eine Datenbank und ein Präsentationsprogramm enthält. Eine schiere Fülle von Freewaretools erleichtert die Verwaltung Ihres PCs, Dateimanager, Backup-Programme, Desktopsuche – nennen Sie, was Sie wollen. Ein gewisses Unterangebot mag bei Spielen bestehen, aber das wird schon...

Freeware im Unternehmen

Der Einsatz von Freeware im Unternehmen ist eine ganz andere Angelegenheit. Die Verwendung von Freeware ist ja häufig auf den privaten Bereich beschränkt. Allerdings schließen viele Lizenzen den nicht gewerblichen Bereich ausdrücklich mit ein, andere erlauben ausdrücklich die kommerzielle Verwendung, und so stellt sich die Frage: ist Freeware für den Einsatz im Unternehmen geeignet? Ist Freeware fit für die kommerzielle Verwendung?

Akzeptanz von Freeware

Viele Unternehmen verwenden heutzutage Freeware, da die Qualitätsansprüche mit Leichtigkeit erfüllt werden. Lizenz wie Open Source oder Freie Software erlauben dies ausdrücklich, und somit sind die attraktivsten Vorteile die folgenden:

Nun ja, der Preis

Freeware ist frei im Sinne von kostenlos. Es belastet das Budget nicht, und wenn sie Ihnen nicht gefällt, gibt’s keine Streitereien mit dem Hersteller, keine 30 Tage Testperiode. Sie verlieren nichts als ein bisschen Zeit.

Leichter und einfacher Bezug der Software

Freeware zu bekommen, ist so einfach, wie es nur sein kann: schlichtweg runterladen. Ab und zu muss man mal eine eMail hinterlassen, selten – aber es geschieht – ist eine Registrierung erforderlich und gelegentlich genauso mühselig wie bei kommerzieller Ware. Im Allgemeinen jedoch bedeutet die Anschaffung von Freeware nichts weiter als eine geschickte Suche und einen Download.

Updates

Normalerweise sind Updates genauso kostenlos wie die Freeware, und nur gelegentlich wird aus Freeware tatsächlich kommerzielle Software. Manchmal führen Softwareschmieden ihr Produkt als Freeware ein, und während der Entwicklungsphase bleibt sie auch Freeware. Danach kann es dann allerdings passieren, dass die Entwickler sich entschließen, Ihre Software zu verkaufen.

Nachteile von Freeware

So attraktiv und sympathisch Freeware auch sein mag, sie hat tatsächlich Nachteile. Die problematischen Seiten von Freeware finden sich in drei herausragenden Gebieten:

Gewährleistung

Die Lizenzvereinbarung stellt den Freeware-Autor in aller Regel von jedweder Gewährleistung frei. Die Software wird lediglich zur Verfügung gestellt, ohne Zusicherung von Eigenschaften und Funktionen oder irgendeiner Verwendbarkeit überhaupt. Ein Unternehmen wird darin womöglich einen ‚KO-Grund‘ sehen und die Software nicht einsetzen.

Support

Freeware kommt kostenlos daher. Der Autor erzielt hier keinerlei Einnahmen und so ist es nicht überraschend, wenn nur ganz wenige bereit sind, den Support zu leisten. Auch kann ein einzelner hier nicht für millionenfach eingesetzte Software zur Verfügung stehen. Also wird der Support – wenn überhaupt – häufig in Foren durchgeführt. Das ist natürlich eine ganz andere Sache. Daran muss man sich gewöhnen, aber die Freeware-Gemeinde ist normalerweise hilfsbereit, und die Foren werden von erfahrenen, kundigen Nutzern der Freeware besucht, die über konkrete Erfahrung im Einsatz verfügen. Manche Entwickler bieten auch einen bezahlten Support an, oder einen ‚Premium‘-Support, der dann allerdings kostet.

Dokumentation

Freeware ist eine feine, gute Sache, die Dokumentation in aller Regel nicht der Rede wert. Diese ist eine bekannte Tatsache und findet schnell einen cleveren, erfahrenen Anwender, der schnell ein Buch schreibt. Manchmal macht das auch der Entwickler selbst. Dieses Buch wird dann verkauft, und der Preis von Angebot und Nachfrage bestimmt.

Wieso gibt es eigentlich Freeware?

Wieso existiert in einer Zeit wie der unsrigen Freeware? Warum stellen hochqualifizierte, begabte Softwareentwickler ihre Energie, ihre Zeit und häufig auch ihr Geld zur Verfügung, um Freeware zu schreiben? Diese Fragen lassen sich nicht leicht und sicher nicht vollständig beantworten.

Eine Quelle von Freeware ist der Student, der zum Beweis seines Könnens und seiner Fähigkeit, manchmal als Diplomarbeit, eine Software schreibt. Sobald er damit fertig ist, veröffentlicht er sie unter einer Freewarelizenz, und zeigt sich damit würdig für einen Job.

Eine andere Quelle finden wir in dem Entwickler, der eine brillante Idee rund um die Freeware hat, sei es der Verkauf zusätzlicher Artikel, der Support oder eine Dokumentation. Manchmal gibt es auch eine einfache, gute Basisversion des Programmes, und Sie können für Geld eine funktionsreichere ‚Pro‘-Version erwerben. Oder der private Verbrauch ist frei, aber Unternehmen müssen für die Lizenz zahlen.

Ein nicht zu kleiner Anteil der Freeware hat ihren Ursprung allerdings einem trotzigen Widerstand gegen Softwaremonopole zu verdanken. Die ‚Freie Software Bewegung‘ und die ‚Open Source Gemeinde‘ organisieren ein globales Team an Entwicklern, die sich den Beschränkungen widersetzen, die proprietäre Softwaredem Anwender aufzwingt. Dies hat zur Entwicklung des freien Betriebssystems Linux und des freien Officepakets OpenOfficeOrg 3.

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